5 Tipps für Dein Energie- Management bei Hochsensibilität

Monika ist bis 15 Uhr berufstätig und fährt nach der Arbeit schnellstens nach Hause. Zu Hause wartet ihr elf jähriger Sohn auf sie. Schon im Auto spürt sie, dass Ihr Kopf brummt, ihre Lippen wie ausgetrocknet sind und der Bauch ein großes Loch hat. Doch ihre Gedanken sind bei ihrer To – Do Liste für heute Nachmittag. Essen kochen, mit der Katze zum Tierarzt, ach ja da waren ja noch Hausaufgaben zu überprüfen und ihre Eltern hatte sie auch schon lange nicht mehr angerufen.

Kennst Du das Gefühl von Dir?

Das dringende Gefühl, dass man ein paar Minuten für sich braucht. Abstand nehmen von anderen Personen, keine Geräuschkulisse und möglichst nicht reden müssen.
Das Thema Selbstfürsorge oder self- care wurde uns meist nicht beigebracht, vor allem uns Mädchen. Wir sollten uns möglichst unauffällig und angepasst verhalten. Da hieß es, wir sollten uns um andere kümmern, immer hilfsbereit und sorgsam sein. Doch die Liebe für sich selber, Zeit mit sich zu verbringen oder es zu lernen, gab es nicht und haben wahrscheinlich unsere Eltern auch nicht gelernt. Da hieß es „sei doch nicht egoistisch“…
Self- Care hat aber mit Egoismus nichts zutun. Ganz im Gegenteil.
Gerade als Hochsensible ist es wichtig, ein gutes „Energie- Management“ zu betreiben. Zu wissen, wann sind meine Grenzen erreicht oder besser noch, wie kann ich mein Energieniveau auf einem möglichst gleichwertigen Level halten. Das lernt man aber (noch)nicht in der Schule. Im besten Falle von seinen Eltern.

Heute gebe ich Dir fünf schnelle Tipps, wie Du wieder mehr in Deine eigene Mitte kommen und Dein Nervensystem regenerieren kannst.
Frei nach dem Motto

Happiness ist Handmade

Tipp 1: Gewöhne Dir eine Übergangszeit an

Wenn ich Dinge beende, zum Beispiel einen Einkauf, die Hausarbeit, ein Meeting, eine Beratung, dann läute ich eine Übergangszeit ein.
Für mich ist wichtig kurz zur Ruhe kommen, etwas zu trinken, ein paar tiefe Atemzüge zu nehmen und je nachdem wie aktiv oder inaktiv ich war, reguliere ich gegen. Das heißt: wenn ich eine intensive Beratungsstunde mit einem Klienten im Sitzen hatte, dann suche ich mir etwas Bewegung. Wenn ich den Rasen gemäht und im Garten gearbeitet habe, setze ich mich eine kleine Weile hin.
Ich nutze diese Zeit um in die Gegenwart zu kommen, zu überprüfen, wie es meinem Körper geht und ob er etwas Spezielles braucht.
In dieser Zeit kann mein Nervensystem zur Ruhe kommen- es ist praktisch wie eine kleine Meditation. Meine kleine Achtsamkeitsminute.
Denn viel länger braucht es eigentlich gar nicht, um anzukommen und bewußt zu werden, wie es dem eigenen Körper geht.
Ganz entscheidend ist diese Übergangszeit in der Arbeitszeit. So kannst Du Deine gesamte Arbeitszeit von beispielsweise 8 Stunden in mehrere Häppchen einteilen, immer wieder kurz überprüfen, wie es Dir geht und was Du brauchst und Dich im Zweifelsfall neutralisieren von einer anregenden Diskussion mit einem Kunden oder von dem persönlichen Gespräch mit Deiner Kollegin.

Tipp 2: Trinke nach einander zwei große Gläser Wasser

Das autonome Nervensystem kontrolliert Blutdruck, Herzfrequenz, Körpertemperatur, Gewicht, Verdauung, Stoffwechsel, Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt und noch andere Prozesse. Das heißt aber auch im Umkehrschluss: wir brauchen für unseren Körper dringend Wasser!
Wenn der Körper Durst anzeigt, ist das Kind eigentlich schon sprichwörtlich „in den Brunnen gefallen“. Also heißt die Devise: öfter mal daran denken, klares, stilles Wasser zu trinken. Bevor der Durst kommt.
Damit schützen wir unsere Nerven und alle Funktionen im Körper gehen den Organen viel leichter von der Hand. Wir wollen es unserem Körper ja nicht unnötig schwer machen…
Meinen Patienten gebe ich immer als Richtlinie die folgende Formel mit: pro kg Körpergewicht braucht mach ca. 30 ml Wasser am Tag. Bei einer 60 kg schweren Frau wäre das 60 x 30 = 1800 ml, also knapp unter 2 Liter. Wenn wir Sport treiben oder das Wetter besonders heiß ist, kommt natürlich noch Wassermenge dazu.
Mit Wasser meine ich übrigens Wasser: kein Kaffee, kein Tee, keine Limonade oder Saft. Pur Wasser.
Nun noch etwas zu den zwei Gläser Wasser hintereinander trinken: dies hat den Effekt deinen Körper wirklich schnell herunterzukühlen, sozusagen Dein Cool- Down. Damit erreichst Du auch ein herunterkühlen der Emotionen und Gedanken, die dich stressen (hab ich selber ausprobiert: funktioniert tatsächlich!)

3.Tipp: Stell Dich an eine Wand

Dieser Tipp ist wirklich wörtlich gemeint.
Am Rücken besitzen wir sehr viele Nervenbahnen und Reflexpunkte, die auf das Nervensystem einwirken. Wenn Du Dich an eine Wand stellst, gibt es die positive Rückkoppelung von den Nervenbahnen ans Gehirn, dass alles in Ordnung ist. Machst Du gleichzeitig dabei auch noch die Augen zu und spürst, wie fest und kühl die Wand ist, kommst Du wieder in Deine Mitte und kannst erleben, dass die Wand Dich förmlich trägt. Dir Halt gibt. Auch in emotional geladenen Zeiten.
Wenn Du die Möglichkeit hast und alleine zu Hause bist ( oder jemand bei Dir, den es nicht stört), dann probiere doch das gleich mal im Liegen aus. Ja richtig: Du legst Dich mit dem Rücken auf den Boden, umarmst Deine Knie und spürst. Schließe Deine Augen und genieße die Festigkeit und den Halt, der Dir der Boden gibt.

4. Tipp: Forme die Hände zu einer Schale

Diese sehr effektive Übung ist aus dem Body2Brain Programm von Dr. Croos- Müller angelehnt. Es wird dazu noch gesondert einen Blogartikel geben. Also sei gespannt.

Um festzustellen, wieviel Energie du noch zur Verfügung hast und um inne zu halten, forme die Hände zu einer Schale vor Deinem Herzen. Schließe die Augen und stelle Dir vor, dass Du in Deiner Schale flüssige Energie hast. Wieviel? Das entscheidet Dein Energielevel im Körper. Trinke ein wenig aus Deiner Schale und streiche die restliche Energieflüssigkeit über Dein Gesicht.
Atme ein paar mal tief ein und aus spüre, wie Du mit jedem Schluck wieder wacher und fitter wirst.
Diese Übung dient dazu, überhaupt achtsam zu gucken, wie es Dir jetzt gerade geht und wieviel Energie noch zur Verfügung steht. Ganz nebenbei, nämlich bei der Aufwärtsbewegung deiner Schale zum Mund, gibt es eine positive Rückkopplung ans Gehirn, dass alles in Ordnung ist.

5. Tipp: Überlege Dir, was an diesem Tag gut gelaufen ist

Ein Gamechanger in Deinem hochsensiblen Leben ist die Dankbarkeit. Gelebte Dankbarkeit wird Dir Leichtigkeit und Freude bringen und Deinen Energiehaushalt auffüllen.
Es gibt so viele Arten Dankbarkeit zu erleben und zu praktizieren. Meine Lieblingsmethode ist tatsächlich mein Journal, dass ich jeden Tag mit 10 Sätzen fülle, dass mich in diesem Moment dankbar machen. Zum Beispiel könnte das dann so aussehen:
Ich bin dankbar für das leckere Essen, was ich mir zum Mittag gekocht habe. Ich bin dankbar für die tolle Stimmung gestern Abend auf unserem Spieleabend. ..
Dir werden sicherlich ein paar Sätze einfallen.
Wichtig dabei ist nur, dabei auch richtig reinzuspüren. Dabei nicht nur stumpf runterzuschreiben, weil es zehn Sätze sein müssen, sondern jeden Satz und die Dankbarkeit dabei auch zu spüren. Lieber nur fünf Sätze hinschreiben und die richtig spüren als zehn Sätze ohne Dankbarkeit hinschreiben. Fang doch damit gleich an.
Ich schreibe übrigens gleich morgens nach dem Aufstehen. Das ist meine Dankbarkeitsroutine. Wenn meine Familie schon aus dem Haus ist oder noch schläft und nur mein Hund neben mir liegt und meine erste Tasse Tee vor mir steht. Dann beginne ich meinen Tag mit Dankbarkeit und präge damit die restlichen Stunden auch. Ich stimme mich sozusagen auf dieses Level ein. Für diese Routine bin ich übrigens auch sehr dankbar.

So, dass waren meine fünf Tipps zum Thema Energiemanagement.
Hast Du vielleicht noch andere Tipps, die Du für Dich herausgefunden hast und vielleicht auch anderen Hochsensiblen helfen könnten? Dann freue ich mich, wenn Du sie mit uns teilst.
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Deine Tanja